Sounddesign für VR: Teil 2

Der Dreh:

Beim Dreh sollte vor allem auf Störgeräusche und Übersteuerungen geachtet werden. Bei einer 360° Aufnahme kann dies zur Unbrauchbarkeit führen. Es ist zu Raten eine Aufnahme eher abzubrechen, als diese mit fehlerhaftem Material fortzusetzen.

Das einfache Austauschen von Aufnahmen aus anderen Takes und das ersetzen durch Raumton ist im 360 Grad-Bereich nicht so einfach möglich und kann schnell zu ADR-Sessions mit ALLEN Schauspielern führen, da alle Schauspieler im Blickwinkel der Kamera IMMER zu sehen und zu hören sind. Zusätzlich müssten alle Bewegungen aller Schauspieler nachvertont werden. Es ist deshalb Ratsam dem Regisseur eine Liveauspielung per Kopfhörer zu ermöglichen. Vor der Szene ist genauso, wie bei einem 2D-Dreh eine Klappe zu schlagen und diese Darf nicht näher als 1,5 Meter  von der Kamera entfernt geschlagen werden, damit man eventuelle Verschiebungen im Soundfeld in der Post ausgleichen kann. Dafür reicht aber auch ein punktuelles, impulsartiges und lautes Geräusch, dass aber nicht übersteuert. Dies sollte dann zusätzlich an drei weiteren Punkten in der gleichen Entfernung zur Kamera passieren, um später die die Ausrichtung perfekt angleichen zu können. Am besten liegt eines der Geräusche Im 90° Grad Winkel zum Ursprungsgeräusch. 

Nach der Szene:

Sobald die Szene gekauft ist, sollten die Schauspieler in einer mobilen Aufnahmekabine ihren Text nachsprechen. Das kann unter Umständen ADR Aufnahmen vermeiden.

Natürlich sollten Tonrelevante Notizen über die Szene in den Metadaten oder Schriftlich angefertigt werden.

Die Übergabe in den Schnitt:
Die Übergabe zwischen den Gewerken gestaltet sich, wie beim regulären Film. Der Datawrangler erhält alle Daten und übergibt sie dem Schnitt. 

Das synchrone Anlegen:
Der Schnitt synchronisiert das Material mit Tentacle Sync und kann dann anfangen zu schneiden.

Der Schnitt:
Um dem Ton die Arbeit zu erleichtern und eine korrekte Übergabe zu gewährleisten, sollte der Cutter folgendes beachten. 

  • Die Schnittsession sollte in 48 kHz und 24 Bit angelegt werden.
  • Sollten die Sphären gedreht werden, muss dies in Grad auf die erste Kommastelle genau notiert werden. 
  • Die Session sollte 4 Kanal Audio herausgeben und nicht Stereo. 
  • Alle SFX und Musiken gehören auf separate Spuren. 
  • Von Lautstärkeautomationen sollte abgesehen werden und nichts von dem Settonmaterial darf innerhalb der Schnittsoftware gerendert werden, da man ggf. die Metadaten mit dem TC verliert.
  • Der Film startet bei 0:00 und nicht bei 09:59:56

Die Übergabe zum Ton erfolgt als AAF mit dem Video als MP4 in voller Auflösung, in 4K und als PRORES Proxy 422. 

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