Sounddesign für VR: Teil 1

Die Aufnahme am Set

Um eine 360 Grad Tonaufnahme gut zu gestalten, sollte ein Ambisonics Mikrofon vorhanden sein. Modelle sind zum Beispiel das Zoom H3VR, das Octomic oder die Ambeo Serie von Sennheiser.

Da man in der Regel mit vier oder mehr Kanälen arbeitet, sollte man den entsprechenden Rekorder in die Equipmentliste mit einberechnen. Beim Zoom H3vr ist der z.B. im Mikrofon mit eingebaut.

Theroetisch kann man auch mit einem Sourroundkorb arbeiten, aber die Mikrofonanordnung ist für ein anderes Lautsprechersystem gedacht und bedeutet, dass man in der Postproduktion einen größeren Aufwand betreiben muss, um die gleiche Lokalisation eines 360°-Mikrofons zu erzeugen. Außerdem sind Aspekte wie Höhe (Y-Achse) nicht einberechnet, die zwar generell nicht so genau wahrgenommen werden, wie die horizontale Achse, aber trotzdem für bestimmte Aufnahmen wichtig sind.

Die Positionierung sollte, wenn möglich, immer nah unter der Kamera erfolgen. Die vorne-hinten-Ausrichtung sollte sich am Bild orientieren (Am besten so genau wie möglich). Ist dies nicht möglich, so hat man später in der Post oft Schwierigkeiten, den Ton zum Bild zu synchronisieren, vor allem bei Szenen in denen das Klangfeld sehr diffus ist (Beispielsweise eine belebte Straße, eine Laute Waldatmo,… etc.).

Platziert man das Mikrofon zu weit von der Kamera entfernt auf der  X- und Z-Achse, kann es passieren, dass das Klangfeld perspektivisch nicht mehr genau auf die Szene passt. Besonders bei nahen Klangereignissen ist dies deutlich zu spüren. Je weiter das Klangereignis entfernt, desto diffuser ist das allgemeine Klangfeld und somit auch die Lokalisation.

Das Problem mit Binauralen Mikrofonen: 

Binaurale Mikrofone, wie das Kopfhörermikrofon von Sennheiser oder das Soundman sind interessante Mikrofone, um die Umgebung in 360 Grad aufzunehmen. Trotzdem beinhalten sie im Vergleich zu Ambisonics-Mikrofonen den entscheidenden Nachteil, dass der FOH (Field of Hear) schon mit der Aufnahmemethode festgelegt ist. 

Das Ausmessen:

Die Szene sollte vor dem Dreh ausgemessen werden und in einer x/y und x/z Grafik, am besten maßstabsgetreu, eingezeichnet werden. Mit der jetzigen Technik ist es möglich diese Räume virtuell nachzubauen.

Der Abstand der Schauspieler, die Aufnahmehöhe und die Mikrofon- Kameraposition sollten auch eingezeichnet werden. Generell ist zu sagen, dass alles, was Ton relevant ist, in eine Liste einzutragen ist.

Beachtet man dies, erspart man sich viel Zeit und Geld im Tonstudio.

Das Vorbereiten:

Um den Dreh entsprechend vorzubereiten, ist wichtig, dass mit den Szenenbildnern und der Maske/Kostüm gesprochen werden sollte. JEDER Schauspieler und Komparse sollte, im Bestfall, ein Ansteckmikrofon bekommen. Da i.d.R. nicht geangelt werden kann, darf hier nicht gespart werden und es muss bei der Anbringung und Vorbereitung höchste Sorgfalt herrschen. Die Szenenbildner können dabei helfen das Kabel, z.B. unter Teppich, zu verstecken und die Maske/Kostüm kann dafür sorgen, dass Taschen für die Sender eingenäht werden, so wie für raschelfreie Textilien sorgen. Abzuraten ist von Textilien, wie Seide, Leder oder Kunststoffmaterialien.

Da die Funken als Hauptmikrofone dienen, sollten im Vorfeld sachgemäße Möglichkeiten gefunden werden diese Mikrofone anzubringen. Bei Badeanzügen, z.B. ist es schwieriger ein Mikrofon vernünftig anzubringen. Außerdem ist es wichtig auf alle Störgeräusche im Tonsignal zu achten und diese immer zu eliminieren. Der Ton sollte in mindesten 48kHz und 24 Bit aufgenommen werden.

Das Einpegeln:

Wie beim Kinofilm, kann die Szene bei circa -18 dBFS eingepegelt werden. Somit hat man genug Headroom für laute Geräusche, aber trotzdem genug Pegel. Bei der Rekorderwahl sollte man vor allem auf Rauscharme Rekorder achten, da das Eigenrauchen der 360 Grad Mikrofone durch die Verarbeitung sehr hoch sein kann. Bei diesem Schritt ist eine technische Probe angebracht, bei der die Einstellungen getestet werden können. Von Geräten, wie dem Zoom H6 sind abzuraten.

Manche Geräte bieten eine Parallelaufnahme mit weniger Gain an.

Sync:

Um das Material später zu synchronisieren, sollte mit einem Tentacle Sync gearbeitet werden.Dieses wird an den Audioeingang der Kamera geklemmt und an den TC Eingang des Rekorders. Bei der Anschaffung des Rekorders sollte dies beachtet werden. Ggf. kann dies auch über einen Audioeingang am Rekorder stattfinden. Natürlich kann das Material auch im Schnitt synchron angelegt werden, erschwert aber den Field Recorder Workflow innerhalb von ProTools oder Nuendo.

Beim nächsten mal ist der Dreh und die korrekte Übergabe dran.

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